Was ist ein zugelassenes Arzneimittel?
Ein zugelassenes Arzneimittel hat ein behördliches Zulassungsverfahren durchlaufen, in dem Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und pharmazeutische Qualität anhand vorgelegter Unterlagen geprüft wurden. In der EU erfolgt dies zentral über die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) oder national über Behörden wie das BfArM, in den USA über die FDA [1](https://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/Zulassung/Zulassungsverfahren/_node.html).
Fertigarzneimittel vs. Wirkstoff
Ein Fertigarzneimittel ist ein zur Anwendung fertig zubereitetes Produkt (z. B. eine bestimmte Injektionslösung mit festgelegter Zusammensetzung), das als Ganzes zugelassen wird. Der reine Wirkstoff als chemische Substanz ist davon zu unterscheiden: Ein zugelassenes Fertigarzneimittel enthält einen bestimmten, geprüften Wirkstoff in einer geprüften Formulierung und Herstellungsqualität.
Was ist ein Prüfpräparat?
Ein Prüfpräparat (Investigational Medicinal Product) ist eine Substanz oder Zubereitung, die im Rahmen einer klinischen Studie geprüft wird, bevor eine reguläre Zulassung vorliegt. Für die Durchführung solcher Studien ist in den USA beispielsweise eine Investigational New Drug (IND) Application bei der FDA erforderlich [2](https://www.fda.gov/drugs/types-applications/investigational-new-drug-ind-application).
„Research Use Only“ ist keine behördliche Kategorie
Die Kennzeichnung „Research Use Only“ (RUO) ist eine Herstellerangabe zum vorgesehenen Verwendungszweck eines Produkts, aber keine gesetzlich geschützte Kategorie und kein Ergebnis einer behördlichen Prüfung wie bei einer Arzneimittelzulassung. Sie sagt nichts über Wirksamkeit, Sicherheit oder Qualität im Sinne eines Zulassungsverfahrens aus.
Warum Studien zu einem Wirkstoff nichts über ein RUO-Produkt aussagen
Klinische Studien beziehen sich auf ein genau definiertes, in geprüfter Qualität hergestelltes Prüfpräparat oder zugelassenes Arzneimittel. Ein als „Research Use Only“ gekennzeichnetes Produkt mit ähnlichem oder gleichem Wirkstoffnamen hat dieses Prüfverfahren nicht durchlaufen. Die Ergebnisse einer Studie lassen sich daher nicht automatisch auf ein solches Produkt übertragen.
Besondere Situation bei bereits zugelassenen Wirkstoffen
Bei Wirkstoffen wie Semaglutid oder Tirzepatid, die als zugelassene Arzneimittel existieren (z. B. Wegovy, Mounjaro; EMA-Zulassungsübersichten unter [3](https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/wegovy) und [4](https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/mounjaro)), ist besondere Vorsicht bei nicht zugelassenen Produkten mit demselben Wirkstoffnamen geboten: Ein zugelassenes Arzneimittel und ein gleichnamiges Forschungsprodukt sind nicht automatisch identisch in Herstellung, Qualität und Prüfstatus.
WADA und Meldewege
Für den Sportbereich ist zusätzlich die Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) relevant, die bestimmte Peptidhormone und verwandte Substanzen unabhängig von deren Zulassungsstatus erfasst [5](https://www.wada-ama.org/en/prohibited-list). Nebenwirkungen zugelassener Arzneimittel können in Deutschland über das gemeinsame Portal von BfArM und Paul-Ehrlich-Institut gemeldet werden.
Hinweis
Dieser Artikel beschreibt Begriffe und Strukturen sachlich und stellt keine Rechtsberatung dar. Er trifft keine Aussage darüber, ob der Verkauf oder Erwerb eines bestimmten Produkts in einem konkreten Fall zulässig ist.
Quellen
Quellen geprüft am 28.09.2026
Quellen auf Existenz geprüft; keine medizinische Fachprüfung. Eine Quellenprüfung bedeutet: Die genannten Quellen wurden auf Existenz und Kernaussagen geprüft. Sie ist keine medizinische oder pharmazeutische Fachprüfung.
