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Analysezertifikate lesen: Charge, Methode und Messwerte

Ein Analysezertifikat (Certificate of Analysis, COA) dokumentiert die Ergebnisse bestimmter Prüfmethoden für eine konkrete Charge. Dieser Artikel erklärt den typischen Aufbau eines COA, gängige Prüfmethoden wie HPLC und Massenspektrometrie sowie die Grenzen dessen, was ein Zertifikat aussagt. Auf der Qualitätsseite von Peppaptid sind 35 Janoshik-Laborberichte mit Chargen, Messwerten und Herkunft hinterlegt.

Quellen geprüft am 28.09.2026

2 Min. Lesezeit

Aufbau eines Analysezertifikats

  • Chargennummer: identifiziert die konkrete Produktionscharge, auf die sich das Zertifikat bezieht
  • Prüflabor: kann ein unabhängiges Drittlabor oder das Herstellerlabor selbst sein – das ist ein wichtiger Unterschied für die Aussagekraft
  • Angegebene Prüfmethoden und Ergebnisse (z. B. Reinheit, Identität, Gehalt)

HPLC – Hochleistungsflüssigkeitschromatographie

Die HPLC trennt Bestandteile einer Probe auf und misst deren relative Anteile, meist ausgedrückt als Flächenprozent unter der Kurve eines UV-Detektors. Ein hoher HPLC-Reinheitswert bedeutet, dass die Hauptkomponente einen großen Anteil der per UV erfassten Substanzen ausmacht – er sagt aber nichts über Bestandteile aus, die mit dieser Methode nicht erfasst werden.

Massenspektrometrie zur Identitätsprüfung

Die Massenspektrometrie bestimmt das Molekulargewicht eines Moleküls und dient damit vor allem der Identitätsbestätigung: Passt die gemessene Masse zur erwarteten Sequenz? Sie ist eine andere Prüfdimension als die Reinheitsbestimmung per HPLC.

Peptidgehalt, Wassergehalt und Gegenionen

Eine Aminosäureanalyse oder vergleichbare Methode kann den tatsächlichen Peptidgehalt (Nettogehalt) einer Probe bestimmen. Lyophilisierte Peptide enthalten außerdem Restwasser sowie Gegenionen aus der Synthese und Aufreinigung, häufig Trifluoressigsäure (TFA) oder Acetat. Diese Bestandteile zählen zum Bruttogewicht, tragen aber nicht zum reinen Peptidanteil bei.

Endotoxine

Ein Endotoxintest prüft auf Rückstände von Zellwandbestandteilen gramnegativer Bakterien. Dieser Wert ist unabhängig von Reinheit und Identität und besonders bei der Beurteilung der mikrobiologischen Qualität relevant.

Was ein COA nicht aussagt

  • Ein COA belegt keine Wirksamkeit und keine Sicherheit eines Produkts
  • Ein COA beweist nicht automatisch, dass die tatsächlich gelieferte Charge exakt dem geprüften Dokument entspricht, insbesondere wenn Chargennummer und Probenbezeichnung nicht eindeutig zuordenbar sind
  • Ein COA ersetzt keine unabhängige Prüfung durch ein Drittlabor

Warnzeichen bei Zertifikaten

  • Fehlende oder nicht zuordenbare Chargennummer
  • Kein genanntes oder nicht nachvollziehbares Prüflabor
  • Erkennbare Kopien von Zertifikaten anderer Anbieter oder generische Vorlagen ohne Chargenbezug

Hinweis zu Peppaptid

Die Qualitätsseite enthält 35 Janoshik-Laborberichte mit den gemessenen Mengen, ausgewiesenen Reinheitswerten und Laborhinweisen. Als Auftraggeber ist InnoPeptide und als Hersteller www.innopeptide.com angegeben. Die konkrete Prüfmethode wird in diesen Berichten nicht genannt. Bericht #90076 bezeichnet die Probe als Ipamorelin10mg, nennt im Ergebnis jedoch Cagrilintide; seine Zuordnung bleibt ungeklärt. Konkrete Fragen zu Chargen oder Prüfunterlagen können über das Kontaktformular oder per E-Mail an info@peppaptid.de gestellt werden.

Quellen

  1. 1.USP – Pharmacopeial Discussion Group (Harmonisierungsstandards)
  2. 2.NCBI Bookshelf – Grundlagen analytischer Prüfmethoden (Proteine/Peptide)

Quellen geprüft am 28.09.2026

Quellen auf Existenz geprüft; keine medizinische Fachprüfung. Eine Quellenprüfung bedeutet: Die genannten Quellen wurden auf Existenz und Kernaussagen geprüft. Sie ist keine medizinische oder pharmazeutische Fachprüfung.

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